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vimaki
19. August 2026 · Wien
Cover: Sonntagabend

Sonntagabend

Über einen schwierigen Zustand

Friedrich Anger

Warum der Sonntagabend so eigentümlich schwer wiegt — und was das über die übrige Woche verrät. Friedrich Anger seziert ein Gefühl, das jeder kennt und kaum jemand benennt.

Incipit

Der Sonntag ist der einzige Tag, der schon am Nachmittag müde wird.

Klappentext

Es gibt eine Stunde, die niemand bestellt hat: den frühen Sonntagabend, wenn das Wochenende noch nicht vorbei ist und schon nicht mehr zählt. Friedrich Anger nimmt diese Stunde ernst — als kleinen, verlässlichen Schrecken, der über die Jahrhunderte erstaunlich beständig geblieben ist.

In klugen, unangestrengten Kapiteln fragt Anger, woher die Sonntagabend-Schwermut kommt: aus der Kindheit und den ungemachten Hausaufgaben, aus der Religion und ihrer Ruhe, aus einer Arbeitswelt, die den freien Tag erfunden hat und nicht recht weiß, was man mit ihm anfangen soll. Er tröstet nicht vorschnell. Er erklärt, und Erklären ist hier schon der halbe Trost.

Ein Essay über einen schwierigen Zustand — zu lesen an jedem Tag der Woche außer, vielleicht, dem einen.

Leseprobe

Gegen halb fünf an einem Sonntag im November geschieht etwas, das in keinem Kalender steht. Das Licht wird schräg, die Geschäfte sind ohnehin zu, und ein Gefühl meldet sich, das man am ehesten als vorweggenommenen Montag beschreiben könnte. Man hat noch Stunden frei und verbringt sie damit, sie nicht zu genießen. Bemerkenswert ist, wie zuverlässig das funktioniert. Man kann den Sonntag mit Vorsätzen pflastern — ein Ausflug, ein gutes Essen, ein langes Bad —, und doch findet die Stunde ihren Weg. Sie ist nicht traurig im großen Sinn; sie ist nur leer auf eine sehr bestimmte, fast höfliche Art, als räume jemand den Tisch ab, während man noch sitzt. Vielleicht ist der Sonntagabend die ehrlichste Stunde der Woche. An ihm lässt sich nichts vortäuschen. Was man die Woche über aufgeschoben hat — eine Frage, ein Brief, ein Gedanke an das eigene Leben —, klopft jetzt an, leise, aber nicht zu überhören.

Pressestimmen

„Anger gelingt das Kunststück, über die Schwermut zu schreiben, ohne schwermütig zu werden. Man liest es am Sonntagabend und fühlt sich ertappt — und besser.“
— Wiener Quartal
„Ein kluges, warmes Buch über ein ungutes Gefühl. Anger nimmt einem die Stunde nicht weg — aber er leistet ihr Gesellschaft, und das hilft.“
— Der Lesezirkel

Leserstimmen

„Ich dachte immer, das mit dem Sonntagabend sei nur bei mir so. Jetzt weiß ich, es ist bei allen so. Das ist seltsamerweise ein großer Trost.“
— Lehrerin, 52
„Habe das Buch an einem Sonntagabend zu Ende gelesen. Bessere Verwendung hätte die Stunde nicht finden können.“
— Leser, 39

Kolophon

Verlag
Verlag am Glacis
Erscheinung
2. Auflage, 2022
Umfang
160 Seiten
Ausstattung
Gebunden
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-99130-027-9*

* Die ISBN dieses Titels ist bewusst ungültig – er existiert ausschließlich in dieser Bibliothek.

Preise

  • Gebunden · 22,00 €

Auszeichnungen

  • Auf der Shortlist zum Sachbuchpreis der stillen Leser 2022

Mitwirkende

  • Lektorat Marianne Dussl
  • Umschlag Cornelius Halm
  • Satz Mittermayr & Tochter, Wien

Schlagworte

  • Sachbuch
  • Essay
  • Psychologie
  • Alltag
  • Gesellschaft

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