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vimaki
19. August 2026 · Wien
Cover: Die Anrede

Die Anrede

Vom Hofrat, vom Sie und vom richtigen Namen

Adelheid Ruzicka

Warum ein österreichischer Hofrat auch im Ruhestand ein Hofrat bleibt. Eine kleine, genaue Geschichte der Anrede — vom Titel bis zum heiklen Übergang aufs Du.

Incipit

Ein österreichischer Titel ist kein Amt, sondern ein Aggregatzustand: einmal erreicht, kaum mehr rückgängig zu machen.

Klappentext

In kaum einem Land wird man so sorgfältig genannt wie in Österreich. Der Titel überlebt das Amt, die Anrede überlebt den Anlass, und wer jemanden um einen Grad zu niedrig anspricht, hat mehr falsch gemacht, als er ahnt. Adelheid Ruzicka führt mit trockener Freude durch das österreichische Titelwesen — vom Hofrat, der keiner mehr ist, über die Frau Magister an der Kassa bis zum diplomatischen Drahtseilakt des Übergangs vom Sie zum Du, den zwei Menschen jahrzehntelang aufschieben können. Sie erklärt, warum Höflichkeit hier Distanz schafft statt Nähe, wann ein „Herr Doktor” Respekt ist und wann Spott, und weshalb der schönste Satz der österreichischen Sprache womöglich „Wie darf ich Sie ansprechen?” lautet. Eine gelehrte, hintergründige kleine Kulturgeschichte über die Kunst, jemanden richtig zu nennen.

Leseprobe

Man wird in Österreich nicht angesprochen, man wird eingeordnet. Zwischen dem „Herr Nachbar” und dem „Herr Hofrat” liegt eine ganze Gesellschaftsordnung, und wer sie beherrscht, kommt weiter als einer, der bloß recht hat. Der Titel wandert dabei erstaunliche Wege: Er heftet sich an die Gattin, überdauert die Pensionierung, klettert im Zweifel eine Stufe höher, weil man lieber zu viel Ehre erweist als zu wenig. Nur nach unten geht er nie. Einen einmal verliehenen Hofrat wieder einzuziehen, hat noch keine Republik gewagt; man hat es, wie so vieles, der Zeit überlassen.

Pressestimmen

„Ruzicka seziert das Titelwesen mit der Ernsthaftigkeit, die es verdient und nie bekommt. Man liest es als Herr Hofrat und schämt sich ein wenig.“
— Wiener Quartal
„Endlich ein Buch, das erklärt, warum meine Großmutter den Fleischhauer siezte und ihren Chef duzte.“
— Der Lesezirkel

Leserstimmen

„Ich heiße nicht Magister. Ich werde trotzdem so genannt, seit 1998. Ruzicka erklärt, warum ich aufgehört habe zu widersprechen.“
— Frau Magister H.
„Wir siezen uns seit vierzig Jahren, mein Nachbar und ich. Nach diesem Buch bleibt das auch so. Aus Respekt.“
— Ein Leser

Kolophon

Verlag
Verlag am Glacis
Erscheinung
1. Auflage, 2025
Umfang
208 Seiten
Ausstattung
Gebunden (Leinen)
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-99130-072-9*

* Die ISBN dieses Titels ist bewusst ungültig – er existiert ausschließlich in dieser Bibliothek.

Preise

  • Gebunden · 24,00 €
  • E-Book · 17,99 €

Auszeichnungen

  • Nominiert für den Sachbuchpreis der stillen Leser 2025

Mitwirkende

  • Lektorat Marianne Dussl
  • Umschlag Cornelius Halm
  • Satz Mittermayr & Tochter, Wien
  • Register Hektor Pliem

Schlagworte

  • Sachbuch
  • Österreich
  • Kulturgeschichte
  • Sprache
  • Umgangsformen
  • Titel

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