Die Anrede
Vom Hofrat, vom Sie und vom richtigen Namen
Adelheid Ruzicka
Warum ein österreichischer Hofrat auch im Ruhestand ein Hofrat bleibt. Eine kleine, genaue Geschichte der Anrede — vom Titel bis zum heiklen Übergang aufs Du.
Incipit
Ein österreichischer Titel ist kein Amt, sondern ein Aggregatzustand: einmal erreicht, kaum mehr rückgängig zu machen.
Klappentext
In kaum einem Land wird man so sorgfältig genannt wie in Österreich. Der Titel überlebt das Amt, die Anrede überlebt den Anlass, und wer jemanden um einen Grad zu niedrig anspricht, hat mehr falsch gemacht, als er ahnt. Adelheid Ruzicka führt mit trockener Freude durch das österreichische Titelwesen — vom Hofrat, der keiner mehr ist, über die Frau Magister an der Kassa bis zum diplomatischen Drahtseilakt des Übergangs vom Sie zum Du, den zwei Menschen jahrzehntelang aufschieben können. Sie erklärt, warum Höflichkeit hier Distanz schafft statt Nähe, wann ein „Herr Doktor” Respekt ist und wann Spott, und weshalb der schönste Satz der österreichischen Sprache womöglich „Wie darf ich Sie ansprechen?” lautet. Eine gelehrte, hintergründige kleine Kulturgeschichte über die Kunst, jemanden richtig zu nennen.
Leseprobe
Pressestimmen
„Ruzicka seziert das Titelwesen mit der Ernsthaftigkeit, die es verdient und nie bekommt. Man liest es als Herr Hofrat und schämt sich ein wenig.“
„Endlich ein Buch, das erklärt, warum meine Großmutter den Fleischhauer siezte und ihren Chef duzte.“
Leserstimmen
„Ich heiße nicht Magister. Ich werde trotzdem so genannt, seit 1998. Ruzicka erklärt, warum ich aufgehört habe zu widersprechen.“
„Wir siezen uns seit vierzig Jahren, mein Nachbar und ich. Nach diesem Buch bleibt das auch so. Aus Respekt.“
Kolophon
- Verlag
- Verlag am Glacis
- Erscheinung
- 1. Auflage, 2025
- Umfang
- 208 Seiten
- Ausstattung
- Gebunden (Leinen)
- Sprache
- Deutsch
- ISBN
- 978-3-99130-072-9*
* Die ISBN dieses Titels ist bewusst ungültig – er existiert ausschließlich in dieser Bibliothek.
Preise
- Gebunden · 24,00 €
- E-Book · 17,99 €
Auszeichnungen
- Nominiert für den Sachbuchpreis der stillen Leser 2025
Mitwirkende
- Lektorat — Marianne Dussl
- Umschlag — Cornelius Halm
- Satz — Mittermayr & Tochter, Wien
- Register — Hektor Pliem
Schlagworte
- Sachbuch
- Österreich
- Kulturgeschichte
- Sprache
- Umgangsformen
- Titel