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vimaki
19. August 2026 · Wien
Cover: Sicherungskopie

Sicherungskopie

Science-Fiction

Miriam Tholt

In naher Zukunft kann man Erinnerungen sichern wie Daten. Ein Roman über einen Mann, der die Kopie seiner verstorbenen Frau besitzt — und sie nicht abzuspielen wagt.

Incipit

Die Kopie war vollständig; das war das Schlimmste daran.

Klappentext

Das Verfahren ist längst Routine: Wer will, lässt seine Erinnerungen sichern, Tag für Tag, eine stille Vorsorge gegen das Vergessen. Auch Eberhard hat es getan, jahrelang, gemeinsam mit Henriette. Nun ist Henriette tot, und im Gerät liegt eine vollständige Sicherungskopie ihrer letzten Jahre — jede Geste, jeder Dienstagmorgen, jedes ungesagte Wort, abrufbar auf Knopfdruck. Eine Woche lang umkreist Eberhard das Gerät wie einen Gast, den man nicht hereinbitten möchte. Miriam Tholt erzählt von einer Zukunft, die ihre Wunder so nüchtern verwaltet wie eine Versicherung, und stellt die einzige Frage, die bleibt: Ist das Aufbewahrte noch ein Mensch — oder nur das, was man behalten wollte? Eine leise, genaue Science-Fiction über Trauer, Datensicherung und die Frage, was man löschen darf.

Leseprobe

Das Gerät stand auf der Kommode, wo früher die Vase gestanden hatte, und blinkte alle elf Sekunden, einmal, blau. Eberhard hatte die Anleitung zweimal gelesen und wusste nun, dass das Blinken nichts bedeutete außer: bereit. Auf dem Display stand ein Datum, ein Werktag im April, und darunter, in der freundlichen, schuldlosen Schrift des Herstellers: Wiederherstellen. Er hätte nur drücken müssen. Stattdessen wischte er den Staub von der Kommode, sorgfältig, auch dort, wo gar keiner lag, und beschloss, dass heute nicht der Tag sei — wie er es gestern beschlossen hatte und vorgestern.

Pressestimmen

„Tholt verzichtet auf Raumschiffe und gewinnt alles: eine Zukunft, in der das Ungeheuerliche per Bedienungsanleitung kommt und Trauer wie ein Bedienfehler aussieht.“
— Wiener Quartal
„Die genaueste Liebesgeschichte des Jahres ist als Science-Fiction getarnt. Man verzeiht ihr die Tarnung sofort.“
— Feuilleton am Sonntag

Leserstimmen

„Ich habe nach dem Lesen den alten Kalender meiner Frau nicht weggeworfen, in dem noch ihre Handschrift steht. Jetzt weiß ich, warum nicht.“
— C. aus L.
„Science-Fiction, sagt der Verlag. Ich habe die ganze Zeit an meinen Vater gedacht. Vielleicht ist das dasselbe.“
— Ein Leser

Kolophon

Verlag
Verlag Grauwasser
Erscheinung
1. Auflage, 2025
Umfang
208 Seiten
Ausstattung
Gebunden
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-903456-57-3*

* Die ISBN dieses Titels ist bewusst ungültig – er existiert ausschließlich in dieser Bibliothek.

Preise

  • Gebunden · 23,00 €
  • E-Book · 17,99 €

Mitwirkende

  • Lektorat Bernhard Quass
  • Umschlag Cornelius Halm
  • Satz Mittermayr & Tochter, Wien

Schlagworte

  • Science-Fiction
  • Erinnerung
  • Trauer
  • Nahe Zukunft
  • Technik
  • Verlust

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