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vimaki
19. August 2026 · Wien
Cover: Randbemerkungen

Randbemerkungen

Eine kleine Geschichte der Marginalie

Wilhelmine Trost

Eine Kulturgeschichte dessen, was am Rand steht: der Notizen, Kringel und Ausrufezeichen, die Leserinnen seit Jahrhunderten in ihre Bücher schreiben. Wilhelmine Trost nimmt den Rand ernst.

Incipit

Der Rand ist die einzige Stelle des Buches, an der der Leser das letzte Wort hat.

Klappentext

Am Rand eines Buches passiert mehr, als die Mitte zugibt. Dort streiten Leser mit Autoren, dort steht „Ja!” und „Unsinn”, dort hat jemand vor zweihundert Jahren ein Rezept notiert, weil gerade kein anderes Papier zur Hand war. Wilhelmine Trost widmet diesen Spuren eine ebenso gelehrte wie vergnügliche Geschichte der Marginalie.

Von den Glossen mittelalterlicher Mönche über die Lesezeichen aus Bändern, Blumen und Bahnkarten bis zur Frage, ob man in ein Buch schreiben darf (man darf), führt Trost durch eine Kulturgeschichte des Nebenbei. Sie liest die Ränder, wie andere Haupttexte lesen — geduldig, neugierig und mit dem heimlichen Verdacht, dass die wahren Leser immer am Rand zu finden sind.

Ein Buch für alle, die ein gutes Gewissen suchen für den Bleistift in der Hand.

Leseprobe

Bücher, die nie benutzt wurden, erkennt man an ihrer Unschuld. Der Rücken ist heil, die Seiten sind weiß bis an den Rand, und nichts an ihnen verrät, dass je ein Mensch sie gelesen hätte. Ein solches Buch ist, mit Verlaub, ein trauriges Buch. Das gelesene Buch dagegen trägt Spuren. Ein Eselsohr an Seite 41, ein Kaffeering, der zuverlässig immer dort auftaucht, wo der Text am dichtesten ist. Und vor allem: Schrift am Rand. Ein Ausrufezeichen, das zustimmt. Ein Fragezeichen, das nicht überzeugt ist. Ein einzelnes „nein", energisch, von einer Leserin, die mit dem Verfasser nicht einverstanden war und es ihm — über die Jahrhunderte hinweg, denn er war längst tot — trotzdem sagen wollte. Wir haben uns angewöhnt, den Rand für den unwichtigen Teil der Seite zu halten. Das ist ein Irrtum, und zwar ein lehrreicher. Der Rand ist der Ort, an dem das Buch aufhört, allein zu sprechen.

Pressestimmen

„Trost behandelt ein Nebenthema mit einer Gründlichkeit, die man sonst Hauptsachen vorbehält. Wer das Buch liest, findet keinen leeren Rand mehr unschuldig.“
— Wiener Quartal
„Gelehrt, ohne je trocken zu sein. Ein Sachbuch, das man mit dem Bleistift lesen muss — und prompt am Rand kommentiert.“
— Feuilleton am Sonntag

Leserstimmen

„Ich habe es gelesen und danach in unserem Antiquariat alle Bücher anders angeschaut. Die mit den Notizen sind mir seither die liebsten.“
— Buchhändlerin, Graz
„Endlich jemand, der mir nicht verbietet, in Bücher zu schreiben. Ich tue es seit fünfzig Jahren und habe mich fünfzig Jahre lang ein wenig geschämt. Jetzt nicht mehr.“
— Leser, 62

Kolophon

Verlag
Verlag am Glacis
Erscheinung
1. Auflage, 2024
Umfang
224 Seiten
Ausstattung
Gebunden
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-99130-012-7*

* Die ISBN dieses Titels ist bewusst ungültig – er existiert ausschließlich in dieser Bibliothek.

Preise

  • Gebunden · 28,00 €

Auszeichnungen

  • Sachbuchpreis der stillen Leser 2024

Mitwirkende

  • Lektorat Marianne Dussl
  • Umschlag Cornelius Halm
  • Satz Mittermayr & Tochter, Wien
  • Register Hektor Pliem

Schlagworte

  • Sachbuch
  • Kulturgeschichte
  • Buch
  • Lesen
  • Marginalie

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