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vimaki
19. August 2026 · Wien
Cover: Kammerton

Kammerton

Emmerich Vasold

Ein Klavierstimmer reist durch die letzten Jahre der Monarchie, von Haus zu Haus, und hört, was die Familien verschweigen. Ein historischer Roman über das Zuhören und eine Welt, die aus der Stimmung gerät.

Incipit

Ein verstimmtes Klavier lügt nicht; es sagt nur zu laut, was ohnehin alle wissen.

Klappentext

Anton Grubmüller stimmt Klaviere, und weil ein Klavier alles hört, was in einem Haus geschieht, hört Grubmüller es auch. Von Ort zu Ort reist er durch die Kronländer der späten Monarchie, ein höflicher Mann mit einem Koffer voller Stimmgabeln, und wird in Salons gelassen, in die sonst niemand darf. Er richtet die Instrumente und, ohne es zu wollen, ein wenig auch die Menschen: die Witwe, die seit dem Begräbnis nicht mehr spielt; den Fabrikanten, dessen Flügel schöner klingt als seine Ehe; das Mädchen, das üben soll und fliehen will. Emmerich Vasold erzählt in ruhigen, genauen Bildern von einem, der die Welt in Stimmung hält, während sie unaufhaltsam verstimmt — ein historischer Roman über das Zuhören, das Handwerk und die letzten Jahre vor dem großen Missklang.

Leseprobe

Grubmüller legte das Ohr fast auf die Tasten, wie ein Arzt die Brust abhört, und schlug das eingestrichene a an. Es war zu tief, aber nicht viel, ein Achtelton vielleicht, das Maß einer Enttäuschung. Im Nebenzimmer sprach man gedämpft über ihn, wie man über Dienstboten und Ärzte spricht, in seiner Gegenwart und doch, als wäre er nicht ganz da. Er hörte es und hörte es nicht; sein Ohr gehörte in diesen Stunden dem Instrument. Er zog den Stimmnagel, eine Winzigkeit nur, und der Ton kam herauf und legte sich rein neben den nächsten. Wenigstens hier, dachte er, lässt sich noch etwas geradebiegen.

Pressestimmen

„Vasold stimmt Sätze, wie sein Held Saiten: keiner zu viel, keiner daneben. Ein historischer Roman von seltener akustischer Genauigkeit.“
— Wiener Quartal
„Der Untergang einer Welt, erzählt im Achtelton. Man liest es leise, aus Angst, etwas zu überhören.“
— Blätter für neue Prosa

Leserstimmen

„Mein Urgroßvater war Klavierstimmer in Mähren. Ich habe ihn nie gekannt und nach diesem Buch trotzdem vermisst.“
— Ein Leser
„Ich habe danach unser altes Klavier stimmen lassen. Der Stimmer war schweigsam. Ich habe ihn genau beobachtet.“
— Eine Leserin

Kolophon

Verlag
Verlag Grauwasser
Erscheinung
1. Auflage, 2025
Umfang
272 Seiten
Ausstattung
Gebunden (Leinen)
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-903456-73-4*

* Die ISBN dieses Titels ist bewusst ungültig – er existiert ausschließlich in dieser Bibliothek.

Preise

  • Gebunden · 26,00 €
  • E-Book · 19,99 €

Mitwirkende

  • Lektorat Bernhard Quass
  • Umschlag Cornelius Halm
  • Satz Mittermayr & Tochter, Wien

Schlagworte

  • Historischer Roman
  • Monarchie
  • Musik
  • Handwerk
  • Zuhören
  • Abschied

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