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vimaki
19. August 2026 · Wien
Cover: Hofseitig

Hofseitig

Erzählungen

Hedwig Maran

Ein Zinshaus, viele Türen, ein Jahr. Verbundene Erzählungen über die Menschen auf der stillen, hofseitigen Seite eines Wiener Hauses.

Incipit

Man kennt in einem Zinshaus die Geräusche der anderen genauer als ihre Gesichter.

Klappentext

Die straßenseitigen Wohnungen sind heller und teurer; das eigentliche Leben aber spielt sich hofseitig ab, dort, wo die Fenster in den gemeinsamen Hof gehen und man einander hört, ohne sich zu sehen. Hedwig Maran erzählt von den Bewohnern eines Wiener Zinshauses — der Hausbesorgerin, die alles weiß und nichts sagt; dem pensionierten Beamten im dritten Stock, der jeden Abend dieselbe Platte auflegt; der jungen Frau, die im Hof rauchen geht, um nicht allein zu sein. Zwölf Erzählungen, so verbunden wie die Stiegen eines Hauses: Man begegnet in der einen dem Nebengedanken der anderen, und am Ende hat man ein ganzes Haus gelesen, ohne dass ein Einziger es merkte. Warme, genaue Prosa über Nähe auf Distanz — über das Zusammenleben von Fremden, die einander die Wände teilen.

Leseprobe

Frau Wottawa war Hausbesorgerin, und das hieß: Sie wusste. Sie wusste, wer zu früh nach Hause kam und wer gar nicht, welche Klingel wann versagte, in welchem Stock ein Kind Fieber hatte, bevor es die Mutter wusste. Gesagt wurde nichts davon; das Wissen einer Hausbesorgerin ist ein Kapital, das man nicht ausgibt, sondern besitzt. Am Morgen kehrte sie den Hof, langsam, in konzentrischen Kreisen, und der Hof war um diese Zeit noch niemandem gehörig, weder den Kindern noch den Tauben, nur ihr und dem Licht, das schräg zwischen den Feuermauern herunterkam und den Staub sichtbar machte, den sie gerade aufwirbelte.

Pressestimmen

„Maran baut ein Haus aus Erzählungen, in dem jede Wohnung für sich steht und doch keine ohne die andere. Große Form im kleinen Format.“
— Wiener Quartal
„Nach der Lektüre grüßt man die eigenen Nachbarn anders. Vorsichtiger. Neugieriger. Man hat ja jetzt eine Ahnung.“
— Der Lesezirkel

Leserstimmen

„Ich wohne hofseitig und dachte immer, mir entgeht das Beste. Maran sagt: Mir entgeht gar nichts. Das tröstet.“
— Eine Leserin aus dem 5.
„Zwölf Geschichten, zwölf Türen. Hinter einer wohne vermutlich ich. Ich habe nicht nachgesehen, welche.“
— Ein Leser

Kolophon

Verlag
Edition Tagundnacht
Erscheinung
1. Auflage, 2025
Umfang
192 Seiten
Ausstattung
Gebunden (Halbleinen, fadengeheftet)
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-99095-077-2*

* Die ISBN dieses Titels ist bewusst ungültig – er existiert ausschließlich in dieser Bibliothek.

Preise

  • Gebunden · 23,00 €
  • E-Book · 17,99 €

Mitwirkende

  • Lektorat Ortrud Felber
  • Umschlag Cornelius Halm
  • Satz Mittermayr & Tochter, Wien

Schlagworte

  • Erzählungen
  • Wien
  • Zinshaus
  • Nachbarschaft
  • Alltag
  • Einsamkeit

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