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vimaki
19. August 2026 · Wien
Cover: Die Gartenordnung

Die Gartenordnung

Vera Mittendorfer

Die Kleingartenkolonie am Sonnhang soll einem Neubau weichen. Ein warmer, komischer Roman über einen Sommer des Widerstands, die Heiligkeit der Vereinsstatuten und die Frage, wem ein Stück Erde gehört.

Incipit

Eine Kleingartenkolonie hat zwei Feinde: den Borkenkäfer und den Fortschritt, und gegen keinen von beiden hilft die Gartenordnung — was niemand Obmann Kettner zu sagen wagte.

Klappentext

Neununddreißig Parzellen, ein Vereinsheim, ein Fahnenmast: Die Kolonie am Sonnhang ist seit 1931 ein kleines, streng geregeltes Glück am Rand der Stadt. Dann kommt der Brief. Die Gründe sollen verkauft, die Lauben abgetragen, an ihrer Stelle soll gewohnt werden — höher, dichter, moderner. Obmann Kettner beruft eine außerordentliche Versammlung ein und beruft sich auf die Gartenordnung, als stünde dort die Rettung; die anderen kochen Kaffee, misstrauen einander und der Stadt und beginnen, zum ersten Mal seit Jahren, an einem Strang zu ziehen. Vera Mittendorfer erzählt einen Sommer lang von Menschen, die einander die Hecke neiden und dann gemeinsam vor den Bagger treten. Ein warmer, listiger Roman über Vereinsmeierei, Nachbarschaft und die überraschende Würde des Kleinkarierten.

Leseprobe

Kettner hatte die Tagesordnung an das Vereinsheim geheftet, mit vier Reißnägeln, an jeder Ecke einer, wie es sich gehörte. Punkt eins: Begrüßung. Punkt zwei: Verlesung der Gartenordnung, §§ 1 bis 14. Punkt drei: Das Übrige. Unter Punkt drei stand, in kleinerer Schrift, als wollte man es nicht wecken, das Wort „Bauvorhaben”. Die Mitglieder kamen einzeln, jedes mit einem Sessel und einer Meinung, und setzten sich in den Schatten des einzigen Baums, den zu fällen der Verein sich seit 1931 erfolgreich weigerte. Frau Sowinetz brachte einen Gugelhupf mit, den niemand anzuschneiden wagte, solange nicht feststand, ob man an diesem Abend Freunde war.

Pressestimmen

„Mittendorfer macht aus Zaunhöhen und Sitzungsprotokollen große Literatur. Man lacht, und dann fällt einem ein, worüber man lacht.“
— Feuilleton am Sonntag
„Selten war Vereinsmeierei so rührend. Nach hundert Seiten möchte man selbst eine Parzelle — und einen Feind am Nachbarzaun.“
— Der Lesezirkel

Leserstimmen

„Bei uns heißt der Obmann anders und ist genau derselbe. Ich habe ihm das Buch geschenkt. Er hat es als Angriff verstanden. Zu Recht.“
— Ein Kleingärtner
„Ich habe geweint, als die Hecke fiel. Es ist nur eine Hecke, sage ich mir. Es ist nie nur eine Hecke.“
— H. aus dem 22.

Kolophon

Verlag
Quarthaus Verlag
Erscheinung
1. Auflage, 2025
Umfang
288 Seiten
Ausstattung
Gebunden (Leinen)
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-99120-071-3*

* Die ISBN dieses Titels ist bewusst ungültig – er existiert ausschließlich in dieser Bibliothek.

Preise

  • Gebunden · 25,00 €
  • E-Book · 18,99 €

Auszeichnungen

  • Nominiert für den Preis der stillen Leser 2025

Mitwirkende

  • Lektorat Cäcilia Bendl
  • Umschlag Cornelius Halm
  • Satz Mittermayr & Tochter, Wien

Schlagworte

  • Roman
  • Kleingarten
  • Nachbarschaft
  • Gemeinschaft
  • Widerstand
  • Sommer

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