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vimaki
19. August 2026 · Wien
Cover: Der Bodensatz

Der Bodensatz

Ein Kriminalroman

Gernot Saller

Ein Toter im Schrebergarten, ein Befund, der alles erklärt, und ein Inspektor, der zu müde ist, um sich damit zufriedenzugeben. Sallers Kriminalroman ermittelt langsamer als der Nebel, der über dem See steht.

Incipit

Im Oktober roch der See nach dem, was der Sommer nicht mitgenommen hatte.

Klappentext

Wenn im Oktober die Sommergäste fort sind, gehört das Seebad wieder denen, die geblieben sind. Auch Bezirksinspektor Url ist geblieben, schon zu lange, wie er findet. Als der pensionierte Gärtner Ferdinand Tauber tot zwischen seinen Dahlien liegt, ist der Fall in zwei Sätzen erledigt: ein Herz, das aufgehört hat, ein Mann, der allein lebte.

Url unterschreibt nicht. Nicht, weil er etwas sieht, sondern weil ihm etwas fehlt — eine Kleinigkeit, die niemand vermisst außer ihm. Er beginnt zu fragen, höflich, beiläufig, und merkt, dass eine kleine Stadt im Winter aus lauter Auskünften besteht, die alle stimmen und zusammen nicht aufgehen.

Gernot Saller schreibt einen Kriminalroman, der sich Zeit lässt wie der Nebel über dem Schilf. Kein Knall, kein Showdown — nur die langsame Gewissheit, dass auch das Stillste einen Bodensatz hat.

Leseprobe

Nebel ist kein Wetter, hatte Urls Vorgänger gesagt, Nebel ist eine Meinung. Url hatte damals genickt, ohne zu verstehen, und erst Jahre später begriffen, dass es das Klügste war, was ihm der Mann je gesagt hatte. An diesem Morgen stand der Nebel bis zu den Knien über den Gärten, und die Dahlien des Ferdinand Tauber ragten heraus wie Leute, die auf etwas warteten. Der Amtsarzt war schnell fertig. Herzversagen, Mitte siebzig, kein fremdes Zutun, kein Grund zur Annahme. Url hörte zu und sah dabei auf den Gartentisch, auf dem zwei Tassen standen, beide leer, beide ausgespült. Er sagte nichts. Man sagt am See nichts, was man nicht beweisen kann; das lernt man im ersten Dienstjahr, und im zwanzigsten hält man sich noch immer daran, aus Gewohnheit und ein wenig aus Angst. Zwei Tassen. Tauber lebte allein. Url notierte es nicht einmal; er behielt es, wie man eine Münze behält, von der man noch nicht weiß, ob sie etwas wert ist.

Pressestimmen

„Saller ermittelt mit der Geduld eines Menschen, der weiß, dass die Wahrheit nicht davonläuft. Ein Kriminalroman, der leiser ist als sein Toter.“
— Wiener Quartal
„Wer Tempo erwartet, wird enttäuscht; wer einen Ort erwartet, an dem jeder etwas verschweigt, ist angekommen. Inspektor Url ist eine kleine, große Figur.“
— Feuilleton am Sonntag
„Ein Krimi für lange Abende. Man liest ihn langsam — schnelles Lesen wäre hier eine Unhöflichkeit, dem Buch wie dem Toten gegenüber.“
— Der Lesezirkel

Leserstimmen

„Ich kenne solche Orte. Ich kenne auch solche Inspektoren. Saller hat beide nicht verraten, und dafür bin ich ihm dankbar.“
— G. aus dem Salzkammergut
„Habe lange keinen Krimi gelesen, bei dem mir der Mörder weniger wichtig war als die zwei Tassen. Sie verstehen das, wenn Sie es gelesen haben.“
— Leser, 58

Kolophon

Verlag
Quarthaus Verlag
Erscheinung
1. Auflage, 2024
Umfang
248 Seiten
Ausstattung
Gebunden
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-99120-045-8*

* Die ISBN dieses Titels ist bewusst ungültig – er existiert ausschließlich in dieser Bibliothek.

Preise

  • Gebunden · 24,00 €

Mitwirkende

  • Lektorat Cäcilia Bendl
  • Umschlag Cornelius Halm
  • Satz Mittermayr & Tochter, Wien

Schlagworte

  • Kriminalroman
  • Provinz
  • See
  • Nebel
  • Österreichische Literatur

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