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vimaki
19. August 2026 · Wien
Cover: Das Pausenzeichen

Das Pausenzeichen

Roman

Theresa Karner

Vierzig Jahre lang hat Anton Reisz die Stille zwischen den Sendungen verwaltet. Theresa Karners Debüt erzählt von einem Mann, der das Schweigen ernst nahm, als noch jemand zuhörte.

Incipit

Eine Pause, das hat mir niemand geglaubt, ist nicht das Fehlen von Geräusch, sondern eine Arbeit.

Klappentext

Anton Reisz, fünfundsechzig, kennt jede Sekunde, die ein Radiosender nicht sendet. Vierzig Jahre lang hat er im Landesstudio die Pausen betreut: das kurze Erkennungsmotiv zwischen zwei Beiträgen, das Schweigen vor den Nachrichten, jene drei Sekunden, in denen ein ganzes Land kurz nichts hört und es nicht bemerkt.

Nun soll ein Computer das übernehmen — fehlerfrei, gleichmäßig, ohne Atem. In den Wochen vor seinem letzten Arbeitstag beginnt Reisz, die Pausen seines eigenen Lebens zu inventarisieren: die zwischen ihm und seiner Tochter, die zwischen den Sätzen seiner verstorbenen Frau, die lange, in der er hätte etwas sagen sollen und es nicht tat.

Theresa Karner gelingt in ihrem Debüt das Schwerste: ein komischer Roman über die Würde des Unhörbaren, der nie laut wird. Man legt ihn aus der Hand und hört, zum ersten Mal seit Langem, der eigenen Wohnung zu.

Leseprobe

Man stellt sich das einfach vor, und das ist der erste Irrtum. Drei Sekunden Stille klingen nach nichts zu tun. In Wahrheit muss jemand entscheiden, wann sie beginnen und, schwieriger, wann sie aufhören; muss spüren, ob die Sekunde nach den Todesnachrichten länger sein darf als die nach dem Wetter, und ob heute, an diesem bestimmten Abend, das Übliche genügt. Ich habe das vierzig Jahre gemacht und in vierzig Jahren niemandem erklären können. Auf Feiern sagte ich, ich sei beim Radio, und alle nickten und fragten nach den Moderatoren, die sie aus dem Auto kannten. Ich nannte die Namen. Dass ich für das zuständig war, was zwischen ihnen lag, behielt ich für mich; es klingt entweder nach Größenwahn oder nach gar nichts, und ich war mir nie sicher, welches von beidem schlimmer wäre. Den Computer haben sie an einem Donnerstag gebracht. Er ist grau und sehr höflich und macht keine Fehler. Ich habe ihm beim Aufstellen zugesehen wie einem, der den eigenen Platz einnimmt und sich dafür bedankt.

Pressestimmen

„Karner schreibt über Stille, ohne je still zu stehen — eines der schönsten Debüts, die heuer erschienen sind: leise, genau und unerwartet komisch.“
— Der Lesezirkel
„Selten wurde ein so kleines Sujet so ernst genommen. Reisz ist eine Figur, die man vermisst, kaum dass das Buch zu Ende ist.“
— Wiener Quartal
„Ein Roman über das Verstummen, der genau weiß, wann er aufhören muss. Er hört genau dort auf. Das ist die ganze Kunst.“
— Feuilleton am Sonntag

Leserstimmen

„Ich kenne diese drei Sekunden von der anderen Seite des Reglers. Frau Karner hat sie richtig beschrieben. Das passiert nicht oft, dass etwas richtig beschrieben wird.“
— H. aus Linz, ehem. Radiotechniker
„Ich habe das Buch meinem Vater geschenkt, mit dem ich schwer ins Reden komme. Wir haben es beide gelesen und nicht darüber gesprochen. Es hat trotzdem geholfen, glaube ich.“
— Leserin, 34

Kolophon

Verlag
Verlag Grauwasser
Erscheinung
1. Auflage, 2025
Umfang
188 Seiten
Ausstattung
Klappenbroschur
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-903456-12-3*

* Die ISBN dieses Titels ist bewusst ungültig – er existiert ausschließlich in dieser Bibliothek.

Preise

  • Klappenbroschur · 24,00 €

Auszeichnungen

  • Halbmond-Preis für ein erstes Buch 2025
  • Auf der Shortlist zum Preis der stillen Leser 2025

Mitwirkende

  • Lektorat Bernhard Quass
  • Umschlag Regine Aue
  • Satz Mittermayr & Tochter, Wien

Schlagworte

  • Roman
  • Debüt
  • Radio
  • Stille
  • Vater und Tochter
  • Österreichische Literatur

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